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Der Fähigkeit Geruch wahrzunehmen, liegt dem Schutzinstinkt zu Grunde, Verdorbenes und Giftiges erkennen zu können. Das kann so weit gehen, dass wir etwas als abstoßend riechend empfinden und das bis zu Ekelgefühlen führen kann. Und die Intensität von Gerüchen wird individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen. Mit dieser Problematik sind wir als Entsorger der städtischen Abwässer regelmäßig konfrontiert, denn unser Job ist alles andere als geruchlos. Was in der Natur der Sache liegt.

Mit Ihrem häuslichen Abwasser – Putz-, Bade-, Nudelwasser, aber selbstverständlich auch die Ausscheidung des Menschen – werden verschiedenste Stoffe in die Kanalisation geleitet und der damit im Zusammenhang entstehende Geruch entsteht häufig in der Folge von Zersetzungsprozessen, bei denen Fäulnisbakterien eine Rolle spielen oder einfach nur die Vermischung verschiedener Geruchsstoffe. So können selbstverständlich auch die im Abwasser befindlichen Stoffe bereits unangenehm riechen oder auf dem Transportweg durch den Kanal noch weitere unangenehme Gerüche verursachen. Bei lang langanhaltender Trockenheit kann es zu Ablagerungen von Feststoffen kommen, die in diesem Bereich wiederum zu erhöhtem Geruchsaufkommen führen können.

Gelangt das Abwasser mit besagten Stoffen also in die Abwasserreinigungsanlage wird es dort weitestgehend von ihnen befreit. Bei diesem Vorgang entsteht – auch durch den Einsatz von Bakterien zur Reinigung des Wassers – Abluft, die genau diese bereits umschriebenen Gerüche in hoher Konzentration enthält. Darüber hinaus spielt hier auch die Außentemperatur eine große Rolle. Ist es warm, ist die biologische Aktivität im Abwasser erhöht und die Bildung von geruchsintensiven Stoffen wird begünstigt. Zur Minderung dieses Geruchs setzen wir Abluftreinigungsanlagen ein. Die Abluft aus Gebäuden und Anlagenteilen wird abgesaugt, befeuchtet und durch einen mit klein gehacktem Wurzelholz gefüllten Biofilter geleitet. Mit Hilfe der in dem Holz angesiedelten Mikroorganismen können die Geruchsstoffströme um mehr als 90% abgebaut werden. Nichts desto trotz treten vor allem im Sommer und Herbst durch die Temperaturwechsel im Abwasser und der Außenluft witterungsbedingten Geruchsschwankungen auf. Zudem können Tiefdruck-Wetterlagen die Geruchsverdünnung in der Atmosphäre behindern.  

Als öffentliches Unternehmen für Abwasserentsorgung und Gewässerschutz stehen wir in unserem Handeln für umfassenden Umweltschutz. Aus diesem Grund gibt es seit Juni 2014 eine Plattform, auf der Geruchsbeschwerden von Bürger*innen direkt gemeldet werden können. Diese Daten werten wir aus, prüfen sie auf Plausibilität und setzen sie zur Verbesserung der Einrichtungen und Optimierung unseres Betriebes für Mensch und Natur ein.

Es riecht komisch? Sie fühlen sich durch den Geruch belästigt? Dann melden Sie das Problem ganz bequem über unsere Plattform https://app.ortelium.com/sef   oder über unsere Hotline unter (069) 212 – 34 666.

Und das tun wir schon aktiv für Sie, um die Geruchsbelästigung einzugrenzen:

  • Betrieb und regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit der Abluftbehandlungsanlagen (Wurzelholz, Wäscher)
  • Regelmäßiger Tausch der Materialien (Wurzelholz)
  • Einführung neuer Verfahrenstechniken (Schlammbelüftungsanlage)
  • Entwicklung (innovativer) Techniken zur Geruchsminimierung von abwassertypischen Inhaltsstoffen
  • Absaugung von Innenräumen von technischen Gebäuden
  • Abdeckung von Becken und Gerinnen
  • Geruchsrasterbegehungen und Ausbreitungsberechnungen

In 2022 planen wir außerdem die Erneuerung der Abluftbehandlungsanlage.