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Sanierung des Neu- Isenburger Sammlers II von der Stadtgrenze Neu-Isenburg (Friedensallee) bis Frankfurt Niederrad (Hahnstraße)

Das Schmutzwasser der Stadt Neu-Isenburg wird in der Kläranlage Frankfurt-Niederrad gereinigt. Die Ableitung des Schmutzwassers aus Neu-Isenburg erfolgt über die Sammler Neu-Isenburg I und II.

Der Sammler (Schmutzwasserkanal) Neu-Isenburg II hat eine Länge von ca. 4070 m (49 Haltungen) und wurde im Jahre 1961 aus Vakuumbetonrohren mit EI-Profil DN 700/1050 gebaut. Im Jahr 1978 wurde im Zuge einer Baumaßnahme im Bereich der Mörfelder Landstraße ein Teil des Sammlers (ca. 420 m) in einer neuen Trasse und im Kreisprofil DN 1000 verlegt. Der Sammler verläuft ab der Stadtgrenze Neu-Isenburg in nordwestlicher Richtung parallel zur Otto Fleck Schneise durch den Stadtwald und unterquert in seinem Verlauf die Eisenbahnlinie Frankfurt - Darmstadt, die Autobahn A3, die B43/44, die Bahnlinie Frankfurt - Mainz und das Gelände der Sportanlage Niederrad bevor der Sammler in das Netz der Stadt Frankfurt in der Hahnstraße mündet.

Auf einer Länge von ca. 3700 m zwischen Neu-Isenburg und Frankfurt-Niederrad verläuft der Sammler durch eine Wasserschutzzone III a oder III b, weshalb erhöhte Anforderungen an die Dichtheit der Rohre gestellt werden. Der Sammler liegt oberhalb des Grundwasser-spiegels. Der größte Teil des Sammlers verläuft durch unbefestigtes Waldgelände. Die meisten Schächte sind von Forstwegen prinzipiell anfahrbar.

Im Zuge von TV-Untersuchungen wurden Schäden in Form von Rissen, Ablagerungen, Inkrustationen, Schäden an den Muffen und an den Dichtungen sowie fehlende Wandungsteile festgestellt, aber keine geometrischen Verformungen. Im Jahre 2005 wurden in zwei Haltungen nahe der Mörfelder Landstraße und in zwei anderen Haltungen nahe der A3 Einzelmuffen-Druckprüfungen durchgeführt. Von den geprüften Muffen waren ca. 10 % undicht.

Weiterhin wurden im April 2012 Bohrkerne aus zwei Abschnitten des Sammlers entnommen und in der FH Frankfurt auf verschiedene Parameter untersucht. Diese Untersuchungen haben gezeigt, dass die Rohre stark korrodiert und inhomogen sind und keinen ausreichend hohen Widerstand gegen chemisch mäßig angreifende Umgebung haben.

Diese Befunde zeigten, dass der Sammler saniert werden muss. Da die Rohre aus statischer Sicht tragfähig sind, hat sich die Stadtentwässerung Frankfurt für eine Sanierung des Sammlers durch Inlinerverfahren entschieden. Die vorhandenen Bauwerke zeigen nur geringe Schäden und werden punktuell saniert. Da die Überleitung des Abwassers während der Sanierung mancherorts nicht möglich ist und unter Berücksichtigung der zukünftigen städtischen Entwicklung Neu-Isenburgs müssen im Trassenverlauf Umleitungsstrecken neu gebaut werden. Es handelt sich um die Bereiche der Kreuzungen mit der Deutschen Bundesbahn im Westen Neu-Isenburgs und in der Flughafenstraße/ Commerzbankarena in Frankfurt sowie der Kreuzung mit der A3.

In diesen Bereichen werden zur Verbesserung der Betriebssicherheit und der Kontrollmöglichkeiten durch Rohrvortrieb (Tiefen ca. 4,50m bis ca. 10,5 m) neue Paralleltrassen DN 1000 und DN 1200 aus Stahlbeton gebaut.

Alle Start- und Zielgruben des Rohrvortriebes befinden sich im Waldbereich oder in unmittelbarer Nähe des Waldes. Die Bäume in diesen Bereichen und in den Bereichen der Start -und Zielgruben der Inlinerarbeiten werden, nach Rücksprache mit dem Grünflächenamt und RP Darmstadt, gerodet und nach Beendigung der Sanierungsarbeiten durch Ausgleichsmaßnahmen ersetzt.

Fauna und Flora im Baubereich werden in einem gesonderten Projekt berücksichtigt. Für die Reptilien, Vögel und Insekten wurden verschiedene Schutz- und Umsiedlungs­­maßnahmen getroffen. Die Rodung und die Neupflanzung der Bäume sowie die Fauna- und Floramaßnamen werden durch das Ingenieurbüro Sweco koordiniert und beaufsichtigt.

Die Bauleistungen werden durch die Arbeitsgemeinschaft Aarsleff-Epping-Tauber ab Januar 2017 über eine Bauzeit von 18 Monaten ausgeführt.

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